Bei Veränderungen
im Schwingungsverhalten sollten z. B. Planetengetriebe sorgfältig
visuell inspiziert werden. Veränderte Verzahnungstragbilder,
Verschleiss und Schädigungen lassen sich mit etwas Erfahrung
und einem geübten Auge gut erkennen. Oftmals sind aber
nur Teile der Verzahnungen oder Wälzlager einsehbar.
So konnte z.B. der Betreiber einer Seilbahn eine lokale Zahnschädigung
im Getriebe erst durch Abtasten ‘erfühlen’.
In anderen Branchen hofft man, über Ölanalysen und
Filterkontrollen Informationen zum aktuellen Verschleisszustand
zu finden.
Die wirklichen Ist-Zustände lassen sich nur durch zeit-
und kostenintensive Demontagen einschätzen. Bild 1 zeigt
die Grenzen dieser Teildemontagen. Das Sonnenritzel ist nur
bedingt visuell einsehbar. In der Schiffsbranche müssen
deshalb einige überwachungspflichtige Antriebe alle 5
Jahre komplett zerlegt werden.
Eine Alternative zur Demontage stellen videoendoskopische
Inspektionen dar. Erfahrene Servicetechniker wissen, wo zu
kontrollieren ist. Das Titelbild zeigt die videoskopische
Inspektion eines Planetengetriebes einer Windenergieanlage.
Der Videokopf wird über geeignete Bohrungen eingeführt
und vorpositioniert. Mit einem Joystick läßt sich
der Kopf über einen Stellmotor um 300 Grad bewegen (Abb.
2). Das aktuelle Bild wird auf dem Monitor angezeigt. Geeignete
Fotos lassen sich speichern und weiterverarbeiten.
Praktische Felderfahrungen zeigen, dass bei Planetengetrieben
und langsamlaufenden Antriebskomponenten videoskopische Inspektionen
und Schwingungsanalysen kombiniert werden sollten. Verändern
sich nämlich frequenzselektive Schwingungen, so kann
auf Basis der zugeordneten Maschinenkomponente der betroffene
Bereich besonders sorgfältig videoskopiert werden. Abweichungen
und Schäden lassen sich dadurch schneller und einfacher
finden.
Das PRÜFTECHNIK Diagnostic Center setzt die Videoskopie
im Rahmen seines umfangreichen Dienstleistungsangebots bereits
erfolgreich ein. Beispielsweise konnten am Getriebe einer
Windenergieanlage (Abb. 3 & 4) Demontagen vermieden werden.
Es genügte, die Diagnosepriorität zu erhöhen.
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